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Anmerkungen zur Gesamtstadt:
-Es ist festzustellen, dass der RP2040 an erster Stelle die Wirtschaft fördert.

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Ich wohne im Regensburger Stadtwesten, 300m vom Bahnhof Prüfening.
Früher musste ich 22,5 Jahre lang per Auto an meinen Arbeitsplatz nach Offenstetten, wenn's ging mit Fahrgemeinschaft.

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Südost

Bürgerverein Süd-Ost e.V. Stellungnahme

Bürgerverein Süd-Ost e.V. Stellungnahme 31.12.2020

Wir haben den Regensburg-Plan 2040 mit großem Interesse durchgelesen, ebenso die vorausgegangene Bürgerbefragung 2019.
Wir beziehen uns als Bürgerverein Süd-Ost im Folgenden hauptsächlich auf die Stadtteile Kasernenviertel und Galgenberg.
Es leben hier mittlerweile ca. 26.000 Einwohner, wovon viele Migrationshintergrund haben oder aus Kriegsgebieten geflüchtet sind. (Ihr prozentualer Anteil im Stadtteil ist dabei viel größer als in den anderen Stadtteilen.)
Diese Stadtteile sind in den letzten Jahrzehnten einem starken Strukturwandel unterzogen worden, u.a. durch
- die Konversion von mehreren Kasernenflächen durch den Abzug fast aller Soldaten,
- die massive Umwandlung von Industriebrachen in neue Wohngebiete, sowie für Gewerbe,
Dienstleistung und Forschung.
Dabei spielten Umweltschutz, Grün- und Freiflächen aus unserer Sicht eine zu untergeordnete Rolle. Auch die Errichtung neuer oder verbesserter sozialer Infrastruktur kam unseres Erachtens zu kurz.
In gerade diesen Bereichen wird auch der Regensburg Plan 2040 noch zu wenig konkret, bietet keinen konkreten Zeitplan für Ziele und Projekte an.
Hier ein paar Beispiele:
Ostpark:
Es zeigt sich keine nennenswerte Verbesserung der Lage, und das seit Jahrzehnten.
Es wird nur immer wieder neu darüber diskutiert, mehrmals wurden Bürgerbefragungen durchgeführt.
- Daher die dringende Forderung nach einer sofortigen, deutlichen Qualitätsanhebung der Erholungsfläche Ostpark mit grüner Anbindung an angrenzende Grünflächen.

Pürkelgut
Das Gelände gehört nicht der Stadt (sondern überwiegend einem Investor), wird jedoch sowohl im RP 2040 als auch im städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) als Grün- und Erholungsfläche geplant, während im Wirtschaftsteil bereits von einer gewerblichen Nutzung und Wohnbebauung ausgegangen wird.
- Daher die dringende Forderung: Schaffen einer großen grünen Erholungsfläche bzw. Parks auf dem Gelände des „Pürkelgut“-> Gartenschauqualität.

Prinz Leopold Kaserne i.w.S.
Es gibt keine ausreichende Bürgerbeteiligung, da alles sehr schnell gehen soll.
Wo bleiben die benutzerfreundlichen Verbindungen über die Bahngleise?
Was ist mit den Schulbauten (Sanierung und Neubau)?
Inwieweit sind Neubau von Schwimmbad und Leichtathletikhalle noch zeitnah geplant?
ÖPNV: Eine Anbindung fehlt weiterhin. Die geplante Stadtbahn kann hier eine Verbessrung bringen. Doch was ist bis zu deren Realisierung in x Jahren?

Nibelungenareal
Wegen planerischer Versäumnisse ist
1. die Parksituation katastrophal. Das vorhandene neu Parkhaus mit 360 Stellplätzen ist für Anwohner und Besucher gesperrt- steht somit fast ganzjährig leer.

2. die Saalnutzung im ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Kaserne (ebenfalls an einen Investor ohne Not verkauft) unmöglich und der Lieferverkehr des Nahversorgers erschwert
3. bisher keine Buslinie möglich Folge der Individualverkehr blockiert das Viertel.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK):

- Die dort festgehaltenen Bürgervorschläge müssen zeitnah umgesetzt werden.
Grünvernetzung:
-Schaffen grüner Korridore, inkl. Verbindung zu anderen Stadtteilen und zur Donau
-(Idee: Grüner „Burgunderring“ mit Fuß- und Radwegen) einschließlich Überbrückung von Bahnlinien (Gleisdreieck) und miV belasteten Straßen, um einen möglichst kreuzungsfreien Korridor von der Donau bis in den Stadtwesten zu schaffen.

Verkehr und Lärm:
-Stärken der Verkehrsarten des Umweltverbundes im Stadtosten zur Lärmminderung und Schadstoffbelastung durch den mIV
-Lärmschutzmaßnahmen zu den Bahnlinien und zum Containerbahnhof
-Weitere Lärmschutzmaßnahmen zur A3, auch im Bereich Pürkelgut

Anmerkungen zur Gesamtstadt:
-Es ist festzustellen, dass der RP2040 an erster Stelle die Wirtschaft fördert.
Für sie werden jährlich mind. 10 ha eingeplant, in der Summe jedoch ca. 250 ha bereits bis zum Jahr 2035. An zweiter Stelle steht der Wohnungsbau mit 20 000 - 26 000 neuen Wohnungen ebenfalls bis 2035 (= 260 ha).

Alleine dieser Flächenbedarf von 500 ha =5 qkm kann ja fast ausschließlich aus freien Flächen bedient werden.

Auch der Verwaltung/Politischen Führung ist klar, dass dies die Flächenvorräte der Stadt nicht hergeben. Deswegen wird jetzt auch an Stadterweiterungen (= Eingemeindungen) gedacht, d.h. der Flächenfraß in der Stadt und der Peripherie geht weiter. Das bedeutet für die Wohnstandorte des Süd-Osten weniger Grün, mehr Lärm und Verkehr.

Deshalb unser Appell:
Aus Sicht des BÜSO sollte mit der Verabschiedung eines RP 2040 gewartet werden,
bis wieder ein echter Bürgerdialog mit Politik und Verwaltung möglich ist.
Ein neuer Flächennutzungsplan unter Einarbeitung ökologischer und ökonomischer Prämissen muss parallel stattfinden, bzw. eher vorgezogen werden.
Dabei sollte die Stadt ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen!
Über allem sollte eine Prioritätenliste und eine Machbarkeitsstudie stehen, was in 5- oder
10-Jahresschritten zu leisten ist, und dies in verwaltungstechnischer und finanzieller Hinsicht.