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Wenn ich 2040 an die vergangenen 20 Jahre zurückdenke ...

Wenn alles gut läuft, bin ich 2040 in Rente und noch am Leben … und Regensburg hat sich zu einem nachhaltig funktionierenden sozialen Gemeinwesen weiterentwickelt.

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Stellungnahme des AK Wirtschaft der Partei B90 / DIE GRÜNEN Kreisverband Regensburg

Der Arbeitskreis Wirtschaft & Finanzen der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (KV Regensburg Stadt) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung der Stadt Regensburg, die gesamte Stadtgemeinschaft zur Mitwirkung am Regensburg Plan 2040 einzuladen.

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Gesamtstadt

Verkehrsberuhigung und Neugestaltung der Altstadt abschließen

Aufgrund eines von Stadtrat im Jahr 1982 beschlossenen Altstadtentwicklungskonzeptes und eines anschließenden Wettbewerbes (1983) zur Neugestaltung von Straßen, Wege und Plätzen wurde die Verkehrsfreimachung der Altstadt in den letzten fast 40 Jahren nach und nach umgesetzt. Zunächst wurde 1985 die Achse der Platzfolge Kornmarkt, Rathausplatz, Haidplatz neu gestaltet und als Fußgängerzone ausgewiesen. Nach dem Bau der Altstadtsüdumgehung zur Verlagerung des Verkehrs aus der Altstadt wurde ab 1994 der Verkehr aus der Achse Gesandtenstraße, Neupfarrplatz, Residenzstraße verbannt und diese von 1994 bis 1998 neu gestaltet. In der Folge wurden Anfang der 2000- Jahre noch weitere Straßen (Rote Hahnengasse, Ludwigstraße) und Plätze (Kassiansplatz) neugestaltet und der noch notwendige Erschließungsverkehr (Lieferung, Besucher, Wohnen) durch die Widmung als Wohnverkehrsstraßen neu geordnet. Nach und nach wurden bis 2020 noch weitere Bereiche in der Altstadt altstadtverträglich umgestaltet und dadurch attraktiv für das Wohnen und geschäftliche Leben in der Stadt.
Durch diese besuchergerechte Freiraumgestaltung Altstadt ist es Regensburg gelungen, eine attraktive lokale Identität zu schaffen und das Image der Stadt zu steigern. Dadurch hat sich auch die Einzelhandelslandschaft verändert hin zu einem entspannten und den Lebensstil ausdrückenden Shopping in einem Kaufumfeld ohne Verkehr jedoch in einer reizvollen Umgebung von Gebäuden, Straßen und Plätzen, auf denen städtisches Leben durch die Qualität der Aufenthaltsfunktion pulsieren kann. Die florierende Gastronomie ist ein Beispiel dafür. Regensburg profitiert nach Prof. Dr. Rolf Monheim, Angewandte Stadtgeographie, Universität Bayreuth durch ihre konsequente Verkehrsberuhigung und Neugestaltung wie keine andere Stadt in Deutschland von der Identität stiften Kraft diese 40-jährigen Prozesses der Aufwertung der Altstadt. Regensburg ist für viele Touristen und Besucher zu einem Geheimtyp geworden.
Dieser Prozess ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Aufwertung der dritten Entwicklungsachs e entlang der Thundorfer Straße, Goldenen-Bären-Straße, Fischmarkt, Keplerstraße bedarf noch einer dringenden städtebaulichen Aufwertung. Dazu ist es notwendig, den die nördlich der Altstadt umfahrenden Verkehr zu verlagern und ggf. die Busfrequenz drastisch zu reduzieren. Die Möglichkeit zur Verlagerung auf die Altstadtsüdumgehung wäre schon seit Jahren möglich wurde jedoch aus politischen Gründen nicht vollzogen. Sie wird noch schwieriger, wenn man wie geplant, die verkehrliche Funktion der Altstadtsüdumgehung durch die geplanten Maßnahmen am Bahnhof außer Kraft setzt. Auch die gestorbene Westtrasse als Brückenschlag für den ÖPNV, Rad- und Fußverkehr als Ersatz für die Steinerne Brücke hätte diese Altstadtachse mit ihren vielen historischen Gebäuden vom Busverkehr im Sinne der städtebaulichen Neuordnung entlasten können.
Es wird die Aufgabe des nächsten Jahrzehnts sein, den Erfolg des 40 Jahre alten Altstadtentwicklungskonzeptes zu vollenden und die noch vom Verkehr dominierte dritte Entwicklungsachse der Altstadt wie die Übrigen stadträumlich und gestalterisch aufzuwerten.
Insgesamt ist die verkehrliche und städtebauliche Transformation der Altstadt von Regensburg, das in finanziell schwierigen Zeiten umgesetzt worden ist, ein Erfolgsmodell, auf das die Politik und Verwaltung stolz sein können. Kleinliche Nörgeleien sind dabei nicht angebracht, konstruktive Vorschläge und Beteiligung ja. Die Umsetzung braucht ihre Zeit und Geduld.