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Meinung eins Kindes: Die nächste Generation fährt Fahrrad und ÖPNV - nicht Auto.

Der folgende Beitrag ist die Meinung meines 12-jährigen Sohnes. Diese hat er selber verfasst und die Quellen recherchiert.

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Frische Luft in der Stadt - durch Flächen-, Wand- und Dachbegrünung

In einer steinernen Stadt wie Regensburg wird sich der Klimawandel in den kommenden Jahren besonders bemerkbar machen. Wir merken jetzt schon, dass sich in heissen Sommern gerade die Innenstadt extrem mit Wärme auflädt.

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Gesamtstadt

Lärmbelastung: Wachstum und Verdichtung vor Lebensqualität?

Die Stadtverwaltung stellt mit dem Plan „Regensburg gemeinsam 2040“ die Weichen für die kommenden 20 Jahre Stadtentwicklung.
Dabei werden verschiedene Problemfelder identifiziert: im Bereich Energie und Klima sind das Luftemissionen sowie Einsparung von Energie und CO2. Im Bereich Mobilität wird die Abkehr von fossilen Energieträgern pauschal gennant.
Das sind durchaus wichtige Themen und Ziele um ein gesundes Leben in Regensburg zu gewährleisten.

Leider lässt die Stadtverwaltung das Thema Lärm komplett außen vor und verweist lediglich auf den gültigen Lärmaktionsplan, der zwar noch den gesetzlichen Grundlagen entspricht aber hinter der aktuellen Empfehlungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) bzgl. Lärm weit hinterherhinkt. 

Es ist belegt, dass chronische Lärmbelastung zu chronischen Erkrankungen und zum vorzeitigen Tod führt. Aktuelle epidemiologische Studien zeigen, dass Verkehrslärm das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen inkl. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall erhöht. 
„Insbesondere auf der Grundlage der neuen WHO-Lärmrichtlinie, in der zusammenfassend ein relatives Risiko von 1,08 [1,01; 1.15] für das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit ab 50 dB (A) und pro Anstieg von 10 dB (A) Lden ist es dringend, Maßnahmen zum angemessenen Schutz der Bevölkerung vor den negativen Auswirkungen von Umgebungslärm auf die Gesundheit einzuführen“. Dies muss „in Verbindung mit Empfehlungen für deutlich niedrigere mittlere Geräuschpegel bei Tag und Nacht (…Straßenverkehr: 53 dB [A] Lden und 45 dB [A] Lnight; Schienenverkehr: 54 dB [A] Lden und 44 dB [A] Lnight)“ geschehen. (The Cardiovascular Effects of Noise, Omar Hahad et al., Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 245–50) 1.
Diese - auf wissenschaftliche Daten beruhenden - Forderungen werden unter anderem durch die Europäische Kommission, die WHO (World Health Organization) und etliche Verbände gestellt.

Das offiziell bekundete Ziel der Stadtverwaltung, in den nächsten 20 Jahren mehr urbane Gebiete zu entwickeln und die Stadt weiter zu verdichten, steht dem entgegen. Es entstehen dadurch unweigerlich mehr Probleme durch Lärmemissionen, verursacht durch Verkehr auf der einen und Gewerbe/Industrie auf der anderen Seite.

Ein „weiter so“ und „wird schon alles nicht so schlimm werden“, darf nicht der Weg sein. Die Schaffung urbaner Gebiete hat leider nichts mit Fortschritt zu tun, sondern ist ein zum Scheitern verurteilter Versuch Wachstum, Verkehr und wirtschaftliche Interessen unter einen Hut zu bekommen.

Es ist für eine vorausschauend planende Stadtverwaltung essentiell, auch schon vor einer konkreten Gesetzgebung die Emissionen entsprechen den aktuellen Empfehlungen entsprechender Fachgesellschaften aus der Medizin anzupassen um für ihre Bevölkerung attraktiven und möglichst gesunden Wohnraum zu bieten. Das heißt, dass vor allem an den Hauptverkehrsstrassen alle Emissionen gesenkt werden müssen - dies bietet sich z.B. im Rahmen der Aufwertung der Gebiete an den Achsen der der geplanten Stadtbahn an.

Die Stadtverwaltung muss im Rahmen eines Planes für die kommenden 20 Jahre smarte Ziele vorlegen, die spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sind. Und sie muss sich auch über die bisherige Gesetzgebung hinaus engagieren, um in Regensburg in Zukunft gesundes Wohnen und Leben zu ermöglichen.