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Begegnungsstätte im Kasernenviertel

Der Regensburger Osten und das Kasernenviertel im Speziellen wachsen rasant. Allerdings bietet es nur wenige Möglichkeiten zum Verweilen und Begegnen. Meist führt der Weg außerhalb der eigenen vier Wände in die Altstadt.

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Natur als Kraftquelle/ Dörnbergpark

Regensburg bietet mit vielen Parks und Grünflächen Oasen der Natur in der Stadt. Der Dörnbergpark zum Beispiel zeichnet sich durch eine besonders schöne Anlage mit alten Bäumen und Freiflächen im Stil englischer Parkanlagen aus.

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Gesamtstadt

Bitte kein doppeltes Wachstum -Regensburg muss lebenwert bleiben! (Stellungnahme Bund Naturschutz Regensburg)

Sehr geehrte Damen und Herren!
für die Beteiligung an o.g. Verfahren bedankt sich die Kreisgruppe Regensburg des Bundes Naturschutz. Im Rahmen der Beteiligung nehmen wir wie folgt öffentlich Stellung:
Regensburg ist eine prosperierende und lebenswerte Stadt. Gerade Corona zeigt, wie schnell Le-bensqualität, -sicherheit und Prosperität verloren gehen kann. Wir leben in einer Welt voller Um-brüche und zusätzlich mit immensen Herausforderungen, die der Klimawandel und das rasante globale Bevölkerungswachstum mit sich bringen und noch vielfach mit sich bringen werden. Als Bund Naturschutz Regensburg treten wir vehement für den Erhalt einer intakten Umwelt bei uns in Regensburg wie auch in Bayern und darüber hinaus ein.
Das gelingt uns leider nur zum Teil; auch in Regensburg. In den letzten beiden Dekaden haben wir z.B. große Flächen amtlich kartierter Biotope verloren bzw. es sollen weitere auch in Zukunft durch aktuell in Aufstellung befindlicher Bebauungspläne noch verloren gehen (weit über 10 Hektar). Ak-tuellstes Beispiel ist der in Aufstellung befindliche BBP „Bei der Anhalt“. Die Biodiversität im Stadt-bereich ist merklich zurückgegangen, wie die Erhebungen im Zusammenhang mit dem „Brutvogel-atlas Regensburg“ zeigen.
Die Ziele des Regensburg-Planes 2005 wurden gerade im Bereich „Natur und Umwelt“ nicht oder nicht ausreichend umgesetzt. Im Zweifel gehen alle Ressourcen in die bauliche Entwicklung der Stadt. Bei der Verkehrs-, Energie- und Agrarwende sind positive Zeichen da; alleine vielfach nicht mutig genug oder ganz am Anfang. Wir unterstützen hier die Stadt wo immer möglich und von der Stadt erwünscht.
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Gerade im Zusammenhang mit dem Regensburg-Plan 2040 und nach über 50 Jahren „Bau-Wachstum“ müssen der Erhalt der noch verbliebenen Artenvielfalt, der nachhaltige Umgang mit Boden (Versiegelung), der Klimaschutz und ganz allgemein die Natur- und Umweltthemen zentral wichtig werden.
Der Regensburg Plan 2040 führt - als zentrale und übergeordnete Vorgabe ein starkes Bevölke-rungszuwachs bis 2040 an. Die Stadt Regensburg setzt diese um rund 100% über den Prognosen des Bayerischen Landesamtes für Statistik an! Das bedeutet -so sehen es wir- als zentrale Pla-nungsvorgabe bis 2040 ein nicht nachhaltig bewältigbares "doppeltes Wachstum" (siehe: Verwal-tungsentwurf zum Regensburg-Plan 2040 Oktober 2020 Kapitel 3.1 S. 17-19).
Das bedeutet nach allen bisherigen Erfahrungen mit dem Regensburg-Plan 2005 bis 2040: Bauen, Nachverdichtung, Biodiversitätsverlust, Verkehrszuwachs und sicher ein deutlicher Verlust an Le-bensqualität. Die Klimaänderung mit ihren Auswirkungen auf stark verdichtete Gebiete kommt noch dazu. Die Wachstums-Zielvorlage ist gegeben, obwohl aus dem gleichen Verwaltungsentwurf (siehe: Verwaltungsentwurf zum Regensburg-Plan 2040 Oktober 2020 Kapitel 2.1.1. Seite 11 Ab-bildung 4) hervorgeht, dass nur 31% der Befragten angeben das bisherige Bevölkerungswachstum würde sich positiv auf die Stadt auswirken.
Gleichzeitig wandert Bevölkerung aus strukturschwachen und weniger prosperierenden Gebieten, auch in der Oberpfalz, ab. Die dortigen Kommunen weisen im verzweifelten Wettbewerb mit den potenten „Schwarmstädten“ wie Regensburg ebenfalls Gewerbegebiete aus, um ihre Bevölkerung zu halten, damit wenigsten die Grundinfrastruktur mit Kindergärten, Schulen etc. bestehen bleiben kann. Wenn die Mobilität der Arbeitnehmer weiterhin in dem Umfang erhalten bleibt, dann wird eine prosperierende Stadt wie Regensburg kaum so viel Wohnraum bereitstellen können, wie durch Zuzug benötigt wird. Im Sinne des Ganzen wäre es daher angezeigt, dass Regensburg nach 50 Jahren Wachstum einen deutlich moderateren Wachstumspfad einschlägt. Art. 28 GG statuiert keine Pflicht von Kommunen zur Ausweisung von Baugebieten. Regensburg hat es also in der Hand, auf einen nachhaltigen Wachstumspfad -maximal in der Größenordnung der Ansätze des Bayer. Landesamtes für Statistik- einzuschwenken. Eine entsprechende zentrale Zielvorgabe des Regensburg-Planes 2040 würde helfen, Regensburg für die Gesamtbevölkerung lebenswert zu erhalten. Wir haben nur ein Regensburg mit seiner Fläche, genauso wie wir nur einen Planeten haben.
Ohne eine Änderung dieser zentralen Zielvorgabe macht es nur eingeschränkt Sinn, Stellung zu einzelnen Natur- und Umweltbelangen des Regensburg-Planes 2040 zu nehmen. Im Zweifel wird hartes Baurecht geschaffen und die im unverbindlichen Regensburg-Plan 2040 dargestellten sons-
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tigen Ziele müssen zurückstehen bzw. bleiben „geduldiges Papier“; wie es sich beim Regensburg-Plan 2005 vielfach gezeigt hat.
Die letzte gesamtheitliche Fortschreibung des Flächennutzungsplanes der Stadt Regensburg mit integriertem Landschaftsplan stammt vom 31.Januar 1983! Ein Regensburg-Plan 2040 ist unver-bindlich und kann die Natur- und Umweltaspekte eines verbindlichen „Landschaftsplanes“ u.E. nicht leisten. Auch das 2019 erstellte Freiflächenentwicklungskonzept ist nur auf die „Erholungs-funktion“ öffentlich zugänglicher Flächen fokussiert. Der BN hat das im Planungsprozess deutlich kritisiert. Es weist gerade im Hinblick auf weitere wichtige öffentliche Belange wie den Erhalt der Biodiversität oder Klimafunktion von Flächen erhebliche Defizite auf bzw. stellt diese in keiner Wei-se dar. Wir brauchen verbindliche Vorgaben für Natur- und Umweltbelange vom Klimaschutz bis hin zum Flächenverbrauch und Biotopschutz.
Wir fordern daher die längst überfällige Fortschreibung eines verbindlichen Flächennut-zungsplanes mit integriertem Landschaftsplan für das ganze Stadtgebiet.
Mit freundlichen Grüßen
Gez.
Raimund Schoberer
1. Vors. Kreisgruppe Regensburg